Website Speed

Geschwindigkeit wie vom andern Stern

7 Methoden eine Website schneller zu machen

Läuft deine Website wie ein geölter Blitz? Wenn nicht, ist das ein ernstes Problem, denn die meisten Leute verlassen eine langsame Website bereits in weniger als 5 Sekunden. Das ist nicht nur der Verlust eines Benutzers (wahrscheinlich für immer), sondern auch schlecht für dein SEO Ranking in Google. Suchmaschinen nennen es einen “Bounce”, wenn jemand auf eine Seite klickt und sie dann wieder verlässt oder zur Suchmaschine zurückkehrt. Wenn dies viele Leute tun, zeigt es Google, dass deine Seite offenbar nicht den Erwartungen genügt.

Heute sind über 60% aller Nutzer mit dem Smartphone im Netz unterwegs. Da Facebook und andere sozialen Medien in der Regel gut optimiert sind und rasch laden, sind die meisten Leute inzwischen an hohe Geschwindigkeiten gewöhnt. Wenn jemand also auf deine Website stößt und warten muss, wird der Back-Button schneller gedrückt als du denkst. Diese Erwartungshaltung ist zwar ein Problem, aber auch ein Segen für jene unter uns, die ihre Webseiten anständig optimieren.

1 Der richtige Webhost

Es ist ganz und gar nicht notwendig, einen eigenen Server für mehrere hundert Euro zu mieten. Allerdings solltest du einen Anbieter verwenden, der mehr als 10€ im Monat verlangt. Bei günstigen Anbietern liegen tausende von Websites auf dem gleichen Server. Sie sind in der Regel langsam, werden leicht gehackt oder der Anbieter verliert mal eben die ganze Datenbank und alle Backups. Vor allem Firmen sollten sich so etwas nicht antun und nach besserer Qualität Ausschau halten.

Wir haben immer wieder Kunden, deren Firmenseiten auf Seifenkisten gehostet werden. Aber es geht nicht nur um die Qualität eines Anbieters, sondern auch um die von ihm gebotenen Möglichkeiten. Für uns kommen nur Anbieter in Frage, die cpanel zur Verfügung stellen und im besten Fall auch Let’s Encrypt SSL derart eingebaut haben, dass man es mit einem Knopfdruck aktivieren kann – mehr dazu später.

Lokale Firmen sollten versuchen, einen guten Anbieter in der eigenen Stadt zu finden. Für unsere Suchmaschinenoptimierung in Hamburg ziehen wir in der Regel lokale Anbieter in Betracht, weil die Stadt groß genug ist, um eine entsprechende Auswahl zu bieten. Letztlich geht die Qualität des Anbieters jedoch vor. Solange er in der Nähe von Deutschland ist, muss er nicht unbedingt direkt am Ort sein.

Für internationale Webseiten (wie unsere) gibt es in den USA zahlreiche gute Anbieter, wie etwa Bluehost. In diesem Fall sollte aber ein CDN (Content Delivery Network) verwendet werden. Ein CDN ist ein Netz aus Servern weltweit, der die Website in verschiedenen Ländern jeweils lokal zur Verfügung steht.

2. Die richtige Plattform

Wordpress ist eine gute Grundlage für SuchmaschinenoptimierungDie meisten Websites verwenden heute WordPress und das ist auch richtig so. Diese Plattform ist ein Chamäleon und längst über seine Wurzeln als Blog hinaus gegangen. Mit WordPress lassen sich Kanzleien, Hotels, Foren, Online Shops und viele andere Dinge aufbauen. Dazu noch verfügt es über enorm viele Plugins und Themes, was das Webdesign und die Optimierung stark vereinfacht. Was du auf keinen Fall verwenden solltest ist Joomla, zumindest wenn du in Google weit oben erscheinen möchtest. Wir sehen Joomla überall nach unten gehen und überhaupt bietet diese Plattform nicht die Möglichkeiten von WordPress.

Es ist heute unabdingbar, dass eine Website für Mobilgeräte geeignet ist (hier testen). Wenn eine Website auf einem Smartphone so dargestellt wird wie auf dem PC, ist sie vielleicht für Superman gerade noch zu erkennen, aber alle anderen blinzen kurz und drücken auf den Back-Button. Google hat bereits mehrfach betont, dass Webseiten in den mobilen Suchergebnissen verschwinden werden, wenn sie nicht für Mobilgeräte optimiert sind. Diese Optimierung ist für moderne Wordpress Themes ganz normal, sodass man sich keine Gedanken darüber machen muss.

3. Inhalte cachen

Cachen bedeutet, dass der Inhalt einer Website lokal im Browser gespeichert wird. Wenn der Besucher später auf die Website zurückkehrt, muss der Inhalt nicht noch einmal neu geladen werden. Ein anständiger Webhost bietet immer auch eine Caching Funktion. Andernfalls wird ein Plugin benötigt.

Für WordPress verwendet man dafür am besten W3 Total Cache, denn es ist kostenlos und zudem das beste Plugin seiner Art. Es wird nicht nur von uns empfohlen, sondern auch von den meisten Hosting Anbietern. Welche der unzähligen Einstellungen man vornehmen sollte, ist allerdings nicht so schnell erklärt. Dafür gibt es aber bereits mehr als genug Anleitungen im Netz.
Total Cache ist ein wichtiges SEO Plugin

4. Bilder optimieren

Wir sehen es immer wieder und seufzten jedes Mal auf’s Neue: Bilder und Grafiken, die unkomprimiert auf einer Website dargestellt werden und die Ladezeit damit über die Wolken befördern.

Bilder sollten stets so kompakt wie möglich gemacht werden: und das obwohl es inzwischen 4K Monitore gibt. Erst neulich sah ich eine Website, wo ein kleines Bild dargestellt wurde, das aber in Wahrheit eine 4k Auflösung hatte und über 5 MB groß war. Dieses Bild hätte man sowohl an die dargestellte Größe anpassen als auch komprimieren müssen. Komprimieren bedeutet, das Bild in einer Qualität von weniger als 100% zu speichern und zudem seine Meta-Informationen zu löschen.

Hier ist ein Tool, das wir gerne zur Optimierung von *.jpg und *.png Dateien verwenden: https://tinypng.com/

5. Hosting auslagern

Wir sprachen bereits von CDNs und davon, dass es möglich ist, eine Website an verschiedenen Orten der Welt lokal verfügbar zu machen. Dabei werden vor allem Bilder und Skripte wie CSS auf den anderen Servern gelagert, sodass diese von einem Besucher lokal abgerufen werden. Dies erhöht die Geschwindigkeit signifikant und entlastet den Webhost selbst.

Doch nicht nur Bilder und Skripte können ausgelagert werden. Vor allem Videos sollten niemals auf dem eigenen Server liegen, sondern am besten auf Youtube oder Vimeo und von dort eingebunden werden. Für Firmen ist Vimeo in manchen Fällen besser geeignet, weil es professioneller wirkt als Youtube.

Ein weiterer Vorteil solcher Videodienste ist ihr Aspekt als soziales Medium. Benutzer sind in der Lage, Videos mit Likes zu versehen und dem Videokanal zu folgen. Dies wiederum wirkt positiv auf das Ranking der Videos in Youtube (und Google) und gibt auch der zugehörigen Website etwas mehr Autorität. Alles in Allem geht es aber hauptsächlich darum, den Videostream so schnell wie möglich zu machen und den Webhost weniger zu belasten.

6. http/2 verwenden

Das gute alte Hypertext Transfer Protocol (http) hat ausgedient. Die meisten Webseiten verwenden es immer noch, obwohl es inzwischen das viel schnellere http/2 Protokoll gibt!

Damit deine Website in den Genuss der erhöhten Geschwindigkeit gelangt, muss sie SSL verwenden und zu einer “https” werden (so wie unsere Website). Ein anständiger Webhost ermöglicht daraufhin den Gebrauch von http/2 und sorgt damit für einen gehörigen Boost. Diese Funktion sollte kein Easter-Egg sein, das man zufällig mal bei einer Website findet, sondern standardmäßig implementiert werden.

Es ist auch wichtig zu bedenken, dass Webseiten durch SSL sicher gemacht werden, was beim Umgang mit Nutzerdaten unabdingbar ist. Google gibt Webseiten mit SSL einen kleinen Vorteil in den Suchergebnissen, wodurch immer mehr Webseiten darauf umsteigen.

Bislang war SSL mit recht hohen Kosten verbunden, doch gibt es mit Let’s Encrypt inzwischen eine kostenlose Alternative. Einige Webhosts haben Let’s Encrypt bereits in ihr Cpanel integriert, sodass ein Knopfdruck genügt, um es zu installieren. Eine WordPress Seite kann mit einem simplen SSL Plugin ebenfalls per Knopfdruck auf das neue Protokoll umgestellt werden.

7. Teste alles

Du solltest nichts tun, ohne vorher und nachher einen Website-Test durchzuführen. Dadurch kannst du nicht nur Probleme feststellen, sondern auch die Auswirkung deiner Verbesserungen untersuchen.

Wir empfehlen das WebPagetest Tool sowie Pingdom, um die Geschwindigkeit einer Website zu testen. Beide sind kostenlos und ermöglichen es zudem, Websites von verschiedenen Ländern aus zu testen. Das ist besonders nützlich bei internationalen Projekten und bei der Prüfung eines CDNs.

Mit diesen kostenlosen SEO Tools kann die Ladezeit einzelner Elemente einer Website analysiert werden. So finden sich leicht jene Dinge, die alles in die Länge ziehen – so etwa zu große Bilder oder problematische Skripte. Wer SEO in Frankfurt oder anderen großen Städten betreibt, sollte alles optimieren, was möglich ist.

Man darf bei diesem Prozess nie vergessen, dass Perfektion unmöglich ist. Wenn eine Website Ajax verwendet oder vom anderen Ende der Welt besucht wird, sind längere Ladezeiten nicht zu vermeiden, auch wenn man ein CDN und einen guten Webhost verwendet. Die Erfahrung zeigt, dass auch einige wertvolle Firmenseiten, die in Google an der Spitze stehen, mit sehr hohen Ladezeiten kämpfen. Alles in Allem sollte getan werden, was möglich ist, aber nicht mehr als das!


Bildquelle: pixabay.com

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